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Ignazio Cassis trifft die Generalsekretärin der Frankophonie, Louise Mushikiwabo
Bundesrat Ignazio Cassis und Louise Mushikiwabo erörterten die wichtige Rolle der Frankophonie auf internationaler Ebene als Plattform der Zusammenarbeit und der Solidarität zwischen allen fünf Kontinenten
Bundesrat Ignazio Cassis hat heute in Bern die neue Generalsekretärin der Frankophonie, Louise Mushikiwabo, empfangen. Thema der Gespräche, an denen Mitglieder der Schweizer Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie teilnahmen, war die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF), insbesondere in den Bereichen Demokratieförderung, duale Berufsbildung und Mehrsprachigkeit. Anlässlich ihres Besuchs in der Schweiz trifft Louise Mushikiwabo auch Bundesrat Alain Berset.
Es handelt sich um den ersten Schweiz-Besuch der neuen Generalsekretärin, die am letzten Frankophonie-Gipfel in Jerewan (Armenien) im Oktober 2018 gewählt wurde. Bundesrat Ignazio Cassis und Louise Mushikiwabo erörterten die wichtige Rolle der Frankophonie auf internationaler Ebene als Plattform der Zusammenarbeit und der Solidarität zwischen allen fünf Kontinenten. Louise Mushikiwabo stellte ihre Schwerpunktthemen für die nächsten vier Jahre vor: Friedensförderung, Förderung der französischen Sprache, Integration von Jugendlichen und Frauen sowie digitale Technologien.
Bundesrat Cassis bekräftigte die Absicht der Schweiz, die bestehende Zusammenarbeit mit der OIF auszubauen, namentlich bei der Begleitung von Wahlprozessen, der Abschaffung der Todesstrafe und der Zurverfügungstellung von Schweizer Know-how im Bereich der dualen Berufsbildung, die auch die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft umfasst. Er erinnerte an die lange Tradition der Schweiz in Bezug auf die Mehrsprachigkeit und schlug eine Vertiefung der Zusammenarbeit in diesem Bereich vor. Bezüglich der Gleichstellung von Mann und Frau stellte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) einen finanziellen Beitrag an die Konferenz über die Bildung der Mädchen in Aussicht, die im Juni 2019 im Tschad stattfinden wird.
Die Generalsekretärin der OIF wird im Verlauf des Tages in Genf auch mit Bundesrat Alain Berset zusammentreffen. Dieser wird ihr bei dieser Gelegenheit die Unterstützung der Schweiz bei der Förderung der weltweiten Verwendung der französischen Sprache sowie der Mehrsprachigkeit zusichern.
Louise Mushikiwabo traf sich während ihres Besuchs mit Schweizer Mitgliedern der Parlamentarischen Versammlung der Frankophonie (APF). Die APF ist ein beratendes Gremium, das eigene Beschlüsse und Empfehlungen zuhanden der Staats- und Regierungschefs verabschiedet. Das EDA und die Schweizer Delegation bei der APF arbeiten komplementär und koordinieren in den jeweiligen Gremien ihre Anstrengungen zu verschiedenen Themen wie beispielsweise zur Abschaffung der Todesstrafe.
Die OIF zählt heute 54 Mitgliedstaaten, 27 Staaten mit Beobachterstatus und sieben assoziierte Mitglieder. Ihr gehört somit über ein Drittel der UNO-Mitgliedstaaten an. Die Schweiz ist seit 1996 Mitglied der OIF. Sie richtete 2010 den OIF-Gipfel in Montreux aus. Zusammen mit der Französischen Gemeinschaft Belgiens (Wallonie-Brüssel) belegt sie hinter Frankreich und Kanada den dritten Rang der wichtigsten Geldgeber. Für 2019 beläuft sich der statutarische Beitrag der Schweiz an die OIF auf vier Millionen Franken. Am 10. April 2019 beschloss der Bundesrat ausserdem, die freiwilligen Beiträge des EDA an die Zusammenarbeit mit der Frankophonie weiterzuführen. Für entsprechende Massnahmen sieht er in den Jahren 2020–2023 insgesamt 1,7 Millionen Franken vor.
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