Kosovo
Lernen Sie das Kosovo mit Naile kennen
Naile arbeitet hauptsächlich in der Region Peja, aber auch in Prishtina und Prizren als Reiseleiterin. Seit 2010 ist sie in diesem Beruf unterwegs. Während Naile für eine Organisation arbeitete, die sich um den Schutz des kulturellen Erbes in Deçan kümmerte, hörte sie von einem dreimonatigen Kurs zur Ausbildung und Zertifizierung von Reiseleiter*innen. Da sie gut Englisch sprach, entschied sich für den Kurs und arbeitet heute als Leiterin.
Die Touren dauern normalerweise 8 Stunden, können aber je nach Verkehrshindernissen oder unerwarteten Umständen noch länger dauern. Es gibt auch Touren, die kürzer oder halbtägig sind. Eintägige Touren beinhalten normalerweise die Besichtigung der Altstadt von Prishtina, wo kulturelle Stätten und Museen besucht werden sowie der Mutter Theresa-Boulevard. Dann fahren wir in die Stadt Prizren, wo Denkmäler besichtigt und ein Mittagessen und Kaffee genossen werden. Ein Teil der organisierten Tour beinhaltet auch Freizeit für die Touristen und Besucher, um in der Stadt Souvenirs zu kaufen oder Macchiato, Tee oder andere Getränke zu geniessen, die im Kosovo serviert werden. Naile liebt es, mit ihren Gruppen über Deçan zu sprechen, die Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Im Fokus ihrer Geschichten über Deçan stehen die Türme der Stadt und Erlebnisse, mit welchen die meisten von uns sich identifizieren können.
Leidenschaft für den zweiten Beruf
In ihrer Arbeit als Reiseleiterin gibt es viele schöne und interessante Momente. Ein solcher besonderer Moment war, als sie vor einigen Jahren eine Gruppe chinesischer Touristen begleitete und diesen vom Krieg im Kosovo erzählte. Der Gruppenleiter begann zu weinen und sagte dann zu Naile: «Nach all dem, was geschehen ist, gehen die Menschen trotzdem lächelnd durch die Stadt, sprühen die jungen Menschen trotzdem voller Lebendigkeit.»
Naile ermutigt junge Menschen, den Beruf der Reiseleiterin als Chance zu sehen, denn «wir haben der Welt etwas zu zeigen. Dies nicht nur in Bezug auf die Geschichte und Kultur, sondern auch in Bezug auf die Vorstellungen von Familie, Gastfreundschaft und Menschlichkeit.» Naile hofft, dass sich die Situation wieder normalisiert, so dass das Reisen wieder aufgenommen werden kann und viele Menschen im Kosovo wieder schöne Erinnerungen sammeln können.
Dieser Artikel wurde in unserem Magazin albinfo.ch (Printform) veröffentlicht, Juni-Juli 2020.
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