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Ansprache von Bundespräsident Guy Parmelin zum 1. August 2021
Seit vielen Monaten sind wir von der Corona-Pandemie betroffen. Meine Gedanken sind bei allen, die darunter leiden oder gelitten haben, und bei allen, die sich unermüdlich für unsere Gesundheit einsetzen
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger
Wir sind hier im Kanton Waadt, auf dem Glacier 3000 im Herzen des Diablerets-Massivs. Hier in meinem Kanton bin ich nah an meinen Wurzeln. Von hier aus sehe ich bei wolkenlosem Himmel in alle Himmelsrichtungen, in die Kantone Bern und Wallis und damit in andere Regionen. Nicht weit von hier entspringt die Saane – sie verbindet die Romandie mit der Deutschschweiz. Das bedeutet andere Sprachen, andere Mentalitäten, aber immer ein und dasselbe Land: die Schweiz, unsere Heimat.
Seit vielen Monaten sind wir von der Corona-Pandemie betroffen. Meine Gedanken sind bei allen, die darunter leiden oder gelitten haben, und bei allen, die sich unermüdlich für unsere Gesundheit einsetzen. In gleicher Weise bin ich besorgt um alle, die von den Unwettern und Überschwemmungen der vergangenen Wochen betroffen sind. Ich bin allen dankbar, die aktiv daran arbeiten, die Situation zu verbessern.
Ich bewundere die Bemühungen unserer Bevölkerung, solche Krisen gemeinsam zu bewältigen – besonders am heutigen Tag, an dem wir aufgerufen sind, den Stolz auf unser Land zu bekräftigen.
Trotz den nicht einfachen Zeiten dürfen wir auf uns stolz sein. Wir waren in der Lage, ein grosses internationales Gipfeltreffen in Genf mit Würde durchzuführen. Im Sport hat unsere «Nati» an der Fussball-Europameisterschaft uns alle mit grossen Emotionen erfüllt. Wir dürfen uns auch über solche Erfolge freuen.
In unserer Bundesverfassung ist der Gedanke der Solidarität verankert. Solidarität heisst für mich, wir teilen nicht nur den Erfolg, sondern ebenso die Schwierigkeiten. Wir stehen unseren Nächsten unter allen Umständen bei, so wie wir es während der Pandemie und während der Unwetterperiode getan haben.
Der Nationalfeiertag ist für viele ein Höhepunkt im Kalenderjahr. Nicht nur wegen der Feuerwerke, die kleine und grosse Kinder so entzücken. Heute ist auch die Gelegenheit, über unsere Zukunft nachzudenken.
Bei meinen Begegnungen mit den Menschen im Land bin ich immer wieder überrascht von der Entschlossenheit, sich neu anzustrengen.
Die Schweiz hat ihren Erfolg klaren Entscheidungen zu verdanken. Nicht Vermutungen, Zufall, Arroganz oder Leichtsinn. Unser Land ist mit harter Arbeit, mit gegenseitiger Hilfe, mit Mut und Optimismus aufgebaut worden. Dieses Rezept hat sich in den letzten 730 Jahren bewährt. Ich bin überzeugt, dass das Erfolgsrezept der Schweiz seine Gültigkeit behält. Das ist auch nötig: Wir stehen vor grossen gesundheitlichen, ökologischen, sozialen und geopolitischen Herausforderungen. Nur wenn wir uns als Team verstehen, in dem sich jeder für den anderen einsetzt, wird es unserem Land gelingen, diese Herausforderungen zu meistern. So wie eine Seilschaft hier in den Bergen, die einen Gipfel bezwingen will.
Wir sollten uns dabei auch an das philosophische «bon-mot» erinnern: Das Ziel einer Reise ist die Reise selbst. Lassen Sie uns Schritt für Schritt vorangehen – mit sicherem Fuss und im Vertrauen auf unsere Fähigkeiten.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Nationalfeiertag.
Es lebe die Schweiz!
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