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Pilotprogramm Integrationsvorlehre: Guter dritter Durchgang
2019 hatte der Bundesrat im Rahmen eines Pakets zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials zudem entschieden, die INVOL auf Jugendliche und junge Erwachsene ausserhalb des Asylbereichs auszuweiten
Im dritten Durchgang (2020/2021) der Integrationsvorlehre INVOL haben von über 800 Programmteilnehmenden wiederum rund 60% (491) einen Anschluss in der beruflichen Grundbildung (EBA- oder EFZ-Lehre) gefunden. Zudem hat das Parlament in der letzten Wintersession einer Verstetigung des Programms zugestimmt. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) wird daher gemeinsam mit den interessierten Programmpartnern seitens Kantone und Wirtschaftsverbände die Grundlagen für die Fortführung der INVOL als dauerhaftes Angebot ab 2024 erarbeiten.
Das Pilotprogramm Integrationsvorlehre (INVOL) ist 2018 gestartet und richtet sich in erster Linie an Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. 2019 hatte der Bundesrat im Rahmen eines Pakets zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials zudem entschieden, die INVOL auf Jugendliche und junge Erwachsene ausserhalb des Asylbereichs auszuweiten. Die INVOL bereitet die Teilnehmenden während eines Jahres gezielt auf eine berufliche Grundbildung vor und wird von einer breiten Partnerschaft von Bund, Kantonen sowie Berufs- und Branchenverbänden getragen und umgesetzt.
Dritter Durchgang – etwas weniger Teilnehmende
Dank des Engagements der involvierten Programmpartner konnten im dritten INVOL-Durchgang trotz schwieriger Rahmenbedingungen (Corona-Pandemie) vergleichbare Resultate erzielt werden wie in den Vorjahren:
- Im Ausbildungsjahr 2020/2021 haben 837 Personen an der INVOL teilgenommen (Vorjahr: 867), die Gründe für den leichten Rückgang dürften mit den tieferen Asylgesuchszahlen der letzten Jahre sowie mit der Corona-Pandemie zusammenhängen.
- 722 Personen haben das Programm abgeschlossen (Vorjahr: 737). Die Vertragsauflösungsquote (14%) ist vergleichbar mit jener in der beruflichen Grundbildung.
- 491 Personen (Vorjahr: 514) haben nach Abschluss der INVOL eine Lehre mit Eidg. Berufsattest (EBA) oder Fähigkeitszeugnis (EFZ) begonnen. Damit haben knapp zwei Drittel der Teilnehmenden einen Anschluss in einer beruflichen Grundbildung gefunden.
Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials
Im August 2021 ist der vierte INVOL-Jahrgang gestartet. Als Massnahme zur verstärkten Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials können erstmals auch Migrantinnen und Migranten ausserhalb des Asylbereichs an der INVOL teilnehmen (sogenannte INVOL+). Dies sind in der Regel Personen, die im Alter von 16–25 Jahren aus EU/EFTA- oder Drittstaaten zugewandert sind und über keinen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen.
Erste Zahlen zu dieser neuen Zielgruppe liegen gegen Ende 2022 vor. Aufgrund der vergleichsweise tiefen Asylgesuchszahlen der letzten Jahre, aber auch wegen der Corona-Pandemie, dürfte die Zahl der INVOL-Teilnehmenden in den nächsten Durchführungen vorübergehend sinken. Der leichte Rückgang zeichnet sich bereits im dritten Durchgang ab.
Verstetigung des Programms ab 2024
Das SEM hat von der Vorsteherin des EJPD den Auftrag erhalten, bis im Herbst 2022 die Grundlagen für eine Verstetigung des Programms über die bis Sommer 2024 andauernde Pilotphase hinaus zu erarbeiten. Die Projektarbeiten dazu sind angelaufen, die Programmpartner aus der Wirtschaft und den Kantonen werden in die Konzeptarbeiten einbezogen. Das Parlament hat zudem in der Wintersession eine Motion der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) angenommen, die ebenfalls die Schaffung eines dauerhaften INVOL-Angebotes fordert.
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