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Mit dem Velo kosovarische Kullas besichtigen
Shoshi bietet mit seiner Firma Catun eintägige Velofahrten an, die auch den Besuch von Kullas oder religiösen Baudenkmälern in der Region Dukagjin im Westen Kosovas mitbeinhalten.
Sali Shoshi ist Architekt und engagiert sich im Rahmen der internationalen Stiftung Cultural Heritage without Borders (CHwB) für den Schutz des kulturellen Erbes. Beim Spazieren in den Dorfteilen mit Kullas und in schönen Naturlandschaften kam ihm die Idee, ein Dienstleistungsangebot im Tourismus auf zwei Rädern zu schaffen.
Shoshi bietet mit seiner Firma Catun eintägige Velofahrten an, die den Besuch von Kullas oder religiösen Baudenkmälern in der Region Dukagjin im Westen Kosovos mitbeinhalten. Shoshi sieht seine Tourismusaktivität nicht als Einkommensquelle für den Unterhalt seiner Familie, sondern als Zukunftsperspektive, wo er Leidenschaft und Arbeit im Outdoortourismus vereinen kann.
Wie viele Kunden im Jahr hast du, und lohnt es sich, dass du auch noch diese Arbeit machst?
Im Grunde genommen kann ich noch nichts über die Zahl der Kundinnen und Kunden sagen, da wir am Anfang des Unternehmens stehen. Ich denke, dass die Kosovaren in grossem Mass immer noch an Standardtourismus interessiert sind. Es ist eine sehr kleine Minderheit, die begonnen hat, sich für Abenteueroutdoortourismus zu interessieren. Wie auch immer, wenn wir sehen, dass die Trends in dieser Tourismussparte im Steigen sind, dann können auch wir mit einer Zunahme unserer Klientel in den nächsten Jahren rechnen. Wir planen, uns in der Region zu vernetzen, so dass wir auch eine Destination des internationalen Tourismus werden.
Wieso im Tourismus?
Weil ich ihn als eine sehr natürliche Verbindung zwischen der Berufsarbeit für den Erhalt des kulturellen Erbes einerseits und des Bedürfnisses, diesen Bereich zu fördern und auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen andererseits sehe. Touristen wären gesund für die lokale Wirtschaft und für die Denkmäler selbst, denn dadurch würde die Notwendigkeit für Investitionen ins Kulturgut steigen und viele der historischen Bauten, vor allem die Kullas, könnten als touristische Infrastruktur benutzt werden.
Welches ist der schönste Ort in Kosova und weshalb?
Es fällt mir schwer, einen Ort auszumachen … vielleicht Prizren wegen seiner interessanten gemischten Zusammensetzung und den kulturellen Bestandteilen innerhalb dieser Zusammensetzung. Obwohl Prizren in Folge des chaotischen Bauens zum grössten Teil zerstört ist! Doch ich denke, dass Kosovo, wenn es sorgfältig erforscht wird, sehr viele schöne Orte hat, Viertel, Gassen, Häuser, Kullas, Berge, Flüsse, Schluchten, Wälder, Gärten und, vor allem, gastfreundliche und den Fremden gegenüber neugierige, aufgeschlossene Menschen. Damit bietet Kosovo gute Möglichkeiten für ein anderes Erleben einer kulturellen und natürlichen Umgebung mit einer erschütternden Geschichte, vor allem während der letzten hundert Jahre. Das alles jedoch nur, falls die im Tourismus tätigen Personen auch dazu befähigt sind, diese Geschichte Kosovos zu erzählen. Bis jetzt war das touristische Angebot in Kosovo bis auf ein paar Ausnahmen trocken und standardmässig: eine Rundfahrt mit dem Reisebus an zwei drei Orte … und das war’s.
Kannst du uns dein Angebot genauer beschreiben?
Wir bieten Veloreisen durch Kultur und Geschichte an, und lernen dabei Baudenkmäler, Religion, Gewohnheitsrecht und Lebensweise kennen. Ich möchte das Angebot Kulla Tour hervorheben, welches genau das ist, was ich eben beschrieben habe.
Besteht eine Nachfrage aus der Diaspora für dein Tourismusangebot?
Wir hatten zwei Touren mit Leuten aus der Diaspora; ich glaube jedoch, dass ich die Methode, wie ich die Diaspora gewinnen könnte, noch nicht gefunden habe. Ich lerne immer noch die verschiedenen Marketingmethoden.
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