DE Balkani
Bildung: Sagt Nordmazedonien “Nein” zu Europa?
Der neue Gesetzentwurf zum Hochschulwesen, der sich derzeit in der Phase der öffentlichen Konsultation befindet, ist keine einfache technische Reform, sondern ein klarer Akt wirtschaftlicher Sabotage. Wenn wir nicht wollen, dass Nordmazedonien zu einer akademischen Wüste wird, muss diese Fassung des Gesetzes dringend überprüft und grundlegend geändert werden.
Während das offizielle Skopje behauptet, der Beitritt zur Europäischen Union sei die oberste Priorität, beweist der Text des neuen Gesetzentwurfs „Zakon za visoko obrazovanie 2026“ das Gegenteil. Durch die Einführung protektionistischer und bürokratischer Hürden schließt das Land die Türen für regionale Zusammenarbeit und verrät die grundlegenden Prinzipien der freien Wissensbewegung.
Ein Gesetz, das die Jugend “vertreibt” statt Wissen anzuziehen
Anstatt renommierte Institutionen und ausländische Investitionen anzuziehen, wirkt dieser Gesetzentwurf abschreckend. Indem der Bildungsmarkt blockiert wird, schützt die Regierung nicht die Qualität, sondern verurteilt die Jugend zur Auswanderung. Wenn junge Menschen in ihrem eigenen Land aufgrund absurder Hürden keine innovativen Studiengänge wie Cybernetik, Mechatronik oder Künstliche Intelligenz finden, werden sie gezwungen sein, ins Ausland zu gehen. Dieses Gesetz wird zur Maschine, die Emigration produziert und das Land seiner Talente beraubt.
Ein “Eiserner Vorhang” gegenüber den Nachbarn und dem Open Balkan
Artikel 26 steht sinnbildlich für diese Isolation. Indem verlangt wird, dass eine ausländische Universität im „Top 500 des Shanghai Rankings“ gelistet sein muss, um eine Zweigstelle im Land zu eröffnen, schließt die Regierung nahezu alle Eliteinstitutionen der Nachbarländer aus, darunter Albanien, Kosovo, Serbien, Bulgarien und Griechenland.
Wie kann man von Open Balkan oder regionaler Integration sprechen, wenn akademische Investitionen aus den Nachbarländern blockiert werden? Dieses Kriterium dient nicht der Qualität, sondern schützt ein „Kartell“ lokaler Universitäten, die Konkurrenz und Innovation fürchten.
Legalisierte finanzielle Abschreckung
Die Artikel 50 und 51 vervollständigen dieses Abschottungsszenario. Bankgarantien in Millionenhöhe, in Höhe von 100 Prozent der prognostizierten Einnahmen, zu verlangen, ist eine wirtschaftliche Absurdität, die es in keinem EU Land gibt. Diese Maßnahme bindet Kapital und erhöht die Studienkosten für mazedonische Familien, sodass bestehende Monopole gesichert werden. Zudem verhindern die strengen Vorgaben für akademisches Personal in Artikel 50 die Anwerbung internationaler Experten, ohne die technologische Entwicklung nicht möglich ist.
Zeit für die politischen Parteien: eine sofortige Überarbeitung ist erforderlich
Der Gesetzentwurf befindet sich noch in der Phase der öffentlichen Konsultation. Es ist noch nicht zu spät, aber die Zeit drängt. Die politischen Parteien im Land, insbesondere die albanischen, müssen ihr Schweigen brechen und eine vollständige Überarbeitung dieses Gesetzestextes verlangen. Man kann sich nicht als pro europäisch bezeichnen und gleichzeitig Gesetze verabschieden, die in der Praxis antieuropäische Monopole festschreiben.
Es ist zwingend notwendig, die willkürlichen Kriterien durch europäische Standards wie ENQA und EQAR zu ersetzen. Wenn Nordmazedonien die Türen für regionale Institutionen schließt, sendet es ein klares Signal an Brüssel: Das Land stellt alte Machtstrukturen über europäische Werte.
Die Jugend dieses Landes darf nicht Geisel korporatistischer Interessen bleiben. Dieser Gesetzentwurf muss neu geschrieben werden, um das Land zu öffnen und nicht um es zu ersticken./Albinfo.ch
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