Integration
Albanische Studierende in Lausanne zwischen zwei Identitäten, Herausforderungen und Zukunft
Identität ist keine statische Größe. Für die jüngeren Generationen der albanischen Diaspora wird sie ständig neu gestaltet, weiterentwickelt und im Austausch mit der Gesellschaft, in der sie leben, geformt. Gerade Studierende erleben diesen Prozess besonders intensiv, da sie gleichzeitig ihre akademische Ausbildung, ihr berufliches Netzwerk und ihre kulturelle Zugehörigkeit aufbauen.
An der Universität Lausanne, einer der renommiertesten Hochschulen der Schweiz, studieren Dutzende junge Albanerinnen und Albaner aus dem Kosovo, aus Nordmazedonien, aus dem Preševo Tal sowie junge Menschen, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen sind.
Für jene, die aus ihrer Heimat in die Schweiz gekommen sind, besteht die größte Herausforderung darin, sich an ein neues akademisches und gesellschaftliches Umfeld anzupassen. Für die zweite und dritte Generation geht es dagegen oft weniger um Integration als vielmehr darum, die albanische Sprache, das kulturelle Gedächtnis und das Zugehörigkeitsgefühl in einem Umfeld zu bewahren, in dem sich die Identität zwischen zwei Kulturen entwickelt.
In diesem Zusammenhang erscheint die doppelte Identität nicht als eine Entscheidung zwischen albanisch oder schweizerisch, sondern als ein fortlaufender Prozess des Ausgleichs zwischen zwei kulturellen Räumen, zwei Sprachen und zwei Wertesystemen.
Für manche ist diese doppelte Zugehörigkeit ein bedeutender sozialer und beruflicher Vorteil. Für andere bleibt sie eine ständige Herausforderung, die Verbindung zu den eigenen Wurzeln zu bewahren, ohne sich von der Gesellschaft zu entfernen, in der sie leben.
Um diese Realität aus nächster Nähe zu beleuchten, war das Team von albinfo.ch in Lausanne und führte diese Reportage mit albanischen Studierenden der Universität Lausanne sowie mit Vertretern der Vereinigung albanischer Studierender durch. Anhand ihrer persönlichen Erfahrungen sprechen sie über das Studentenleben in der Schweiz, die Herausforderungen der Integration, die Rolle studentischer Organisationen und über eine Frage, die die jungen Generationen der Diaspora weiterhin begleitet: Fühlen sie sich mehr als Albaner oder als Schweizer?
Interview: Luljeta Ademi
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