Die Zentralbank des Kosovo (BQK) hat offiziell den Antrag auf Aufnahme des Kosovo in den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) eingereicht. Dieser Schritt könnte erhebliche finanzielle Erleichterungen für die Bevölkerung und die Unternehmen mit sich bringen, berichtet albinfo.ch.
Der Antrag wurde am 6. November nach einem langwierigen Vorbereitungsprozess und gesetzlichen Reformen eingereicht. Ziel dieser Massnahmen war es, das Finanzsystem des Kosovo an die europäischen Standards anzugleichen.
Nach Schätzungen der BQK könnte ein SEPA-Beitritt durch die Senkung der Gebühren für internationale Banküberweisungen jährliche Einsparungen von rund 55 Millionen Euro ermöglichen.
Besonders profitieren dürften Kosovaren, die im Ausland leben und arbeiten, darunter auch jene in der Schweiz und in Deutschland, die regelmässig Geld an ihre Familien im Kosovo überweisen.
SEPA ist ein europäisches Zahlungssystem, das schnellere, sicherere und kostengünstigere Zahlungen in Euro ermöglicht. Derzeit gehören diesem Zahlungsraum 41 Länder an, darunter die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Schweiz und das Vereinigte Königreich.
Für den Kosovo, wo die Geldüberweisungen aus der Diaspora jährlich mehr als eine Milliarde Euro betragen, könnte die Senkung der Bankgebühren erhebliche positive Auswirkungen auf die Haushaltsbudgets und die Geschäftstätigkeit von Unternehmen haben.
Die Einreichung des Antrags bedeutet jedoch nicht, dass der Kosovo automatisch in SEPA aufgenommen wird. Die zuständigen europäischen Behörden müssen zunächst prüfen, ob die Gesetzgebung und das Finanzsystem des Kosovo den Anforderungen dieses Mechanismus entsprechen.
Erst nach einer positiven Entscheidung können die Verfahren zur Einbindung der kosovarischen Banken und Finanzinstitute in die europäischen Zahlungssysteme beginnen.