Fünfzehn Jahre sind ein guter Anlass, einen Moment innezuhalten und etwas auszusprechen, das wir oft als selbstverständlich betrachten.
Ein Medium wird nicht nur an den Nachrichten gemessen, die es veröffentlicht. Es wird auch daran gemessen, was es für die Menschen bedeutet, die es lesen. Als langjähriger Leser von albinfo.ch möchte ich heute meine Dankbarkeit offen zum Ausdruck bringen.
Im Jahr 2010 fehlte es der albanischen Diaspora in der Schweiz nicht an Stimmen. Was ihr fehlte, war eine seriöse Stimme, die über uns sprach, ohne uns schlechtzumachen oder zu idealisieren, und die unsere Verbindung zur Heimat aufrechterhielt, ohne uns ausschliesslich darauf zu beschränken.
Albinfo.ch hat diese Lücke geschlossen. Die Plattform wurde zugleich zum Spiegel der Diaspora, zu einem Fenster zur Schweiz und zur Diaspora, aber auch zu einer Brücke in die Heimat.
In meiner täglichen Arbeit als Jurist sehe ich, wie wichtig korrekte Informationen für Familien sind, die mit Aufenthaltsbewilligungen, Renten, Versicherungen oder staatlichen Behörden zu tun haben.
Eine Falschmeldung auf Facebook kann dazu führen, dass jemand seine Aufenthaltsbewilligung verliert, eine Frist verpasst oder eine Unterstützung nicht erhält, auf die er Anspruch hätte.
Deshalb ist ein Medium, das Nachrichten überprüft, Sachverhalte verständlich erklärt und nicht dem Sensationalismus hinterherjagt, kein Luxus. Es ist eine Dienstleistung für die gesamte Gemeinschaft.
Albinfo.ch hat aber auch etwas anderes geleistet, das weniger Aufmerksamkeit erregt: Die Plattform hat Hunderte von Menschen aus unserer Gemeinschaft ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Neben den Fussballern, die alle kennen, gibt es Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler, Politiker und Studierende.
Indem albinfo.ch über sie berichtet hat, hat die Plattform jungen Menschen positive Vorbilder vermittelt und der Schweizer Bevölkerung ein gerechteres Bild der hier lebenden Albanerinnen und Albaner gezeigt.
Auch ich selbst habe Meinungsbeiträge auf dieser Plattform veröffentlicht. Dort habe ich Raum für unterschiedliche Ansichten gefunden, selbst wenn diese nicht allen gefallen. Diese Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss jeden Tag verteidigt werden, sowohl gegen politischen Druck als auch gegen den Wettlauf um Klickzahlen.
Auch das muss gesagt werden: Fünfzehn Jahre aus eigener Kraft zu bestehen und weiterhin ein gedrucktes Magazin herauszugeben, während eine Zeitung nach der anderen eingestellt wird, ist keine Kleinigkeit. Es zeugt vom Glauben an den Wert guter Informationen.
Doch ein seriöses Medium lebt nicht allein vom Einsatz seines Teams. Es besteht auch deshalb weiter, weil die Leserinnen und Leser es lesen, darüber sprechen, seine Inhalte teilen und es, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, unterstützen. Das ist auch unsere Verantwortung.
Heute tritt albinfo.ch in eine neue Phase ein, über die Grenzen der Schweiz hinaus. Ich wünsche der Plattform, dass sie das bewahrt, was sie stark gemacht hat: Seriosität, Unabhängigkeit und die Nähe zu den Menschen. Wie diese Geschichte weitergeht, hängt auch von uns Leserinnen und Lesern ab.
Herzlichen Glückwunsch zum 15-jährigen Jubiläum, albinfo.ch!