Kultur
Ein Blick in die albanische Seele von Gazmend Freitag
Am jährlichen „Tag der Offenen Botschaften“ dreht sich alles darum, den Besuchern die Geschichte und Kultur des jeweiligen Herkunftslandes näher zu bringen. So öffnete auch heuer die Albanische Botschaft im Vierten Wiener Gemeindebezirk ihre Tore und hieß zahlreiche Besucher willkommen. Um die ohnehin ausgezeichneten albanisch-österreichischen Beziehungen zu pflegen und Einblick in die albanische Seele zu gewähren, wurde der in Linz lebende und schaffende albanische Künstler Gazmend Freitag zum dritten Mal eingeladen, seine Werke in den Räumlichkeiten der Botschaft auszustellen.
Wie in den vergangenen Jahren findet Gazmend Freitag die Inspiration für seine Gemälden und Grafiken in der albanischen Geschichte und Volkstradition. Die ausgestellten Werke, viele davon in den rot-schwarzen Nationalfarben, fügen sich zu einem Mosaik aus zeitgeschichtlichen und ethnographischen Bildern. Von Mitrovica im Norden bis Gjirokastër im Süden, von den Zeiten des Nationalhelden Gjergj Kastriot Skenderbeg, geschätzt als Beschützer des Christentums, bis zu den Ereignisbildern des kalten Krieges, wird dem Betrachter Einblick in die albanische Lebensweise und Geisteshaltung ermöglicht.
Beispiele dafür sind die schwarzweißen Schatten des Schwertertanzes, ein Männertanz charakteristisch für die nördlichen albanischen Gebirgsgebiete; die Lieblichkeit des Lichtes im mütterlichen Wiegenlied, das der Künstler durch ein Spiel von Farben und Linien in Musik verwandelt; und die ritterliche Seele des albanischen Mannes im Umgang mit seiner Frau, dargestellt in der Grafik „Die Braut von Mitrovica“. Die Bilder öffnen auch Fenster auf die frühe Geschichte der Albaner und ihre Nationalhelden: Gjergj Kastrioti, der 25 Jahre lang in den albanischen Grenzgebieten dem Vordringen des Osmanischen Reiches in Richtung Westeuropa Widerstand bot, und Pjetër Bogdani, der erleuchtete katholische Priester des siebzehnten Jahrhunderts, gefeiert als einer der ersten Autoren der frühen albanischen Literatur in albanischer Sprache.
Interessant ist auch die Grafik des gestrandeten Flugzeuges auf der Festung von Gjirokastër, ein rostiges Relikt aus der Zeit des kalten Krieges und der jahrelangen Isolation des ehemals kommunistischen Albaniens.
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