Integration
Wirtschaft ist am Potenzial der Migranten interessiert
«Es wird in der Schweiz auch sehr viel getan, um den Potenzial von Migrantinnen und Migranten auszuschöpfen oder besser gesagt: um den Einzelnen die Möglichkeit zu geben, sein Potenzial auszuschöpfen»
Der Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Boris Zürcher, spricht in seinem Interview für albinfo.chüber Ziele, Erreichtes und Lücken im Zusammenhang mit der Nutzung des Potenzials der Migranten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Unter anderem sagt er, die Schweizer Wirtschaft sei an diesem Potenzial interessiert. “Es gibt Beispiele, die von einer erfolgreichen Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt zeugen.”
Albinfo.ch: Angesichts des Mangels an qualifizierten Berufskompetenzen in der Schweiz ist es naheliegend, über das Ausschöpfen des Potentials von Migranten zu reden, um diese Lücke zu schliessen. Sind die Migrantinnen und Migranten Ihrer Meinung nach in der Lage, das auch zu tun?
Boris Zürcher: Die sogenannte FKI plus, welche mit den Kantonen realisiert wird, thematisiert diesen Aspekt. Tatsächlich liegt die Erwerbsbeteiligung aus verschiedenen Gründen bei vorläufig Aufgenommenen und bei Flüchtlingen sehr tief. Ein Grund liegt zweifellos auch darin, dass die Qualifikationen der Migranten oft nicht auf eine entsprechende Nachfrage stossen. Es ist das Ziel, dieses Potential besser auszuschöpfen, was aber oft auch bedeutet, dass noch intensiv in die Qualifikationen und Fähigkeiten der Migranten investiert werden muss, um ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu verbessern.
Sehen Sie ein Interesse bei der hiesigen Wirtschaft, die notwendigen Voraussetzungen dazu zu schaffen?
Das Interesse ist sicher vorhanden. Erfolgreiche Beispiele einer gelungenen Integration in den Arbeitsmarkt belegen dies.
Wie gut ist der Zugang von Migrantinnen und Migranten zu Bildung und Information, um sich zu befähigen, ihr Potenzial als wichtige Ressource zur Verfügung zu stellen?
Dies ist eine Frage, die dem Staatssekretariat für Migration zu stellen wäre. Aus Sicht der Arbeitsmarktbehörden ist es so, dass Migranten dann Anspruch auf Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) haben, wenn sie arbeitsmarktfähig sind.
Wo sehen Sie die Rolle des SECO in dieser Hinsicht? Hat sich das SECO auch etwas vorgenommen, damit das Potential der Migranten besser ausgeschöpft werden kann?
Vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge haben, sofern sie arbeitsmarktfähig sind, Anspruch auf verschiedene Dienstleistungen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Es geht aber darum, die Arbeitsmarktfähigkeit sicher zu stellen.
Tatsächlich liegt die Erwerbsbeteiligung aus verschiedenen Gründen bei vorläufig Aufgenommenen und bei Flüchtlingen sehr tief. Ein Grund liegt zweifellos auch darin, dass die Qualifikationen der Migranten oft nicht auf eine entsprechende Nachfrage stossen. Es ist das Ziel, dieses Potential besser auszuschöpfen, was aber oft auch bedeutet, dass noch intensiv in die Qualifikationen und Fähigkeiten der Migranten investiert werden muss, um ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu verbessern.
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