Entwicklung
Kredite der Schweizer Regierung helfen beim Aufbau von Unternehmen in Südosteuropa
Der SECO Start-up Fund (SSF) ist ein Instrument der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Schweiz mit ausgesuchten Ländern in Afrika, Lateinamerika, Asien, GUS Staaten und Ost- und Südosteuropa. Unternehmer mit Domizil in der Schweiz können beim SSF ein Darlehen beantragen, um ein neues Unternehmen, zum Beispiel in Südosteuropa, aufzubauen. Der SSF Kredit kann sowohl für Investitionen wie auch für Betriebskapital eingesetzt werden. Auch im Kosovo und Mazedonien haben Unternehmer den SSF mit Erfolg genutzt, wie die folgenden zwei Beispiele zeigen.
Swiss Hydro Company – Aufbau eines Familienbetriebs in Mazedonien
Sanitärinstallateur Ismail Dervishi aus dem Thurgau plante ursprünglich gar nicht, in Mazedonien ein Geschäft aufzubauen. Bei seinen Arbeitseinsätzen für Verwandte und Freunde in Mazedonien erkannte er jedoch die grosse ungedeckte Nachfrage für qualitativ hochstehende Dienstleistungen und Produkte, gerade auch für Schweizer Marken.
Er entschloss sich, seine langjährige Erfahrung als Sanitärinstallateur und seine Kontakte zu Markenherstellern zu nutzen, um in Mazedonien ein eigenes Unternehmen im Sanitärbereich, die Swiss Hydro Company, aufzubauen.
Wegweisend war die Vision, einen Vorzeigebetrieb zu schaffen und Schweizer Qualität nach Mazedonien zu bringen. Die eigentliche Geschäftstätigkeit begann 2008 mit dem Vertrieb von Geberit Produkten. Da ein Bankkredit in diesem frühen Stadium des Unternehmens kaum erhältlich gewesen wäre, bewarb sich die Swiss Hydro Company 2011 erfolgreich um ein Darlehen des SSF.
Damit finanzierte man den weiteren Ausbau des Geschäftsgebäudes und den Einkauf von Material und Geräten. In den vergangenen 10 Jahren hat sich der Familienbetrieb, in dem sich auch die Söhne und Schwiegertöchter engagieren, gut entwickelt und beschäftigt heute rund 9 Angestellte.
Der Kredit des SECO Start-up Fund war für den Unternehmer Dervishi eine wichtige Finanzierungsquelle in der frühen Phase seines Unternehmens, „…auch wenn der Kredit in Schweizer Franken für unser Euro-basiertes Geschäft zeitweise recht teuer geworden war.“
Von der Tankstelle bis zum Geschäft mit Holzpellets: Unternehmertum im Kosovo
Bashkim Zejnullahu entschied sich im 2002 spontan, den Kanton Solothurn zu verlassen und als Unternehmer im Kosovo neu anzufangen.
Heute ist er froh, dass er den Schritt gewagt hat: „In der Schweiz hätte ich mich mit meinen beschränkten finanziellen Mitteln nie selbständig machen können. Zudem sah ich im Kosovo weniger Konkurrenz und mehr Freiraum für unternehmerische Initiative“.
2002 startete Zejnullahu sein erstes Unternehmen, eine kleine Tankstelle, zu der inzwischen auch ein Restaurant mit Bar gehört.
2007 folgte der Einstieg in den Vertrieb von internationalen Zeitungen, 2009 der Kauf einer Getreidemühle.
Mit einem Kredit des SECO Start-up Funds baute Herr Zejnullahu ab 2008 eine Produktion von Holzbrikets und Pellets auf und ist heute einer der grössten Anbieter im lokalen Markt.
Nach Rückzahlung dieses ersten Kredites bewarb sich der Unternehmer 2013 und 2015 erfolgreich um weitere Finanzierungen für den Ausbau einer Papiersackfabrik im Kosovo und für die Gründung einer Briket- und Pelletproduktion in Mazedonien.
In den vergangenen 16 Jahren wurden so rund 100 Arbeitsplätze geschaffen. Der Aufbau so vieler Unternehmen verlangt einen überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz und die Bereitschaft, immer wieder neu zu investieren und entsprechende finanzielle Risiken einzugehen.
„Umso wichtiger war für mich ein verlässlicher Partner wie der SECO Start-up Fund“, so Zejnullahu, „der einem mit Rat und Tat zur Seite steht und einem auch hilft, Lösungen zu finden, wenn es einmal eng wird“.
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