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Umfrage zu den Auswirkungen der Nicht-Assoziierung an Horizon Europe
Die knapp 900 Umfrage-Teilnehmenden stellen mehrheitlich eine Verschlechterung ihrer Situation im Vergleich zum Programm Horizon 2020 fest, bei welchem die Schweiz assoziiert war
Die Schweiz gilt beim Horizon-Paket 2021–2027 (Horizon Europe, Euratom-Programm, Digital Europe Programme und ITER) als nicht assoziiertes Drittland. Welche Auswirkungen diese Nicht-Assoziierung auf Schweizer Projektbeteiligungen hat, ist aktuell nicht quantifizierbar, da keine Daten zur Programmbeteiligung vorliegen. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt von der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt.
Um schon jetzt einen qualitativen Überblick über die Auswirkungen der aktuellen Situation zu erhalten, hat das SBFI im Februar 2022 eine Online-Umfrage bei Forschenden, Unternehmen und Institutionen in der Schweiz durchgeführt. Aus der Umfrage resultierten 880 Rückmeldungen, wobei 275 Teilnehmende davon insgesamt 319 konkrete Beispiele zu den Folgen der Nicht-Assoziierung dargelegt haben. Die Mehrheit der Teilnehmenden stellt eine Verschlechterung ihrer Situation im Vergleich zum vergangenen Programm (Horizon 2020) fest, bei welchem die Schweiz assoziiert war. Vor allem der eingeschränkte Zugang zu Fördermöglichkeiten und die fehlende internationale Vernetzung werden als nachteilig wahrgenommen. In ihren Beispielen nennen die Umfrage-Teilnehmenden in erster Linie Ausschlüsse aus Programmteilen und aus der Koordinationsrolle sowie Schwierigkeiten bei der Teilnahme in Verbundprojekten.
Die Ergebnisse entsprechen der bisherigen Wahrnehmung des SBFI, welches die Informationen zur Ausgestaltung künftiger Massnahmen nutzen wird. Eine umfassende Einordung dieser qualitativen Einschätzungen durch Schweizer Forschende und Innovatoren wird jedoch erst zusammen mit der quantitativen Auswertung der Programmbeteiligung möglich sein.
Derzeit können sich Forschende und Innovatoren in der Schweiz an rund zwei Dritteln der Ausschreibungen von Horizon Europe beteiligen. Die Projekte werden im Rahmen von Übergangsmassnahmen direkt vom SBFI, anstatt der Europäischen Kommission, finanziert. Für die nicht zugänglichen Programmteile hat der Bund Übergangslösungen unter anderem beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF), bei Innosuisse und bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in die Wege geleitet. Der SNF berichtet von einem regen Interesse an diesen Ausschreibungen, auch von Forschenden aus dem Ausland. Innosuisse verzeichnete einen hohen Eingang an Gesuchen für die Übergangsmassnahme Swiss Accelerator.
Horizon Europe
Das Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation Horizon Europe läuft von 2021 bis 2027 und ist mit einem Budget von gut 95 Milliarden Euro das weltweit grösste Forschungs- und Innovationsförderprogramm. Zusammen mit dem ausserordentlichen Konjunkturmassnahmenpaket Next Generation EU dient es unter anderem dazu, den grünen und digitalen Wandel in ganz Europa zu fördern. Die Schweiz war am Vorgängerprogramm Horizon 2020 assoziiert. Der Bundesrat strebt den gleichen Status für Horizon Europe und den damit verbundenen Programmen und Initiativen an (Euratom-Programm, ITER und Digital Europe Programme).
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