Thématique
Schweiz – Suisse – Svizzera: multikulturelle Gesellschaft
Die Befragung „Schweiz – multikulturelle Gesellschaft“ beschäftigt sich mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt. Die Studie basiert auf den Antworten von rund 41’000 jungen Schweizer Männern und wird ergänzt durch Stichprobenbefragungen bei 1’500 jungen Frauen. Es handelt sich dabei um die bisher ausführlichste Untersuchung der sprachlichen und kulturellen Kompetenzen von jungen Schweizern und Schweizerinnen sowie deren Meinung über die sprachliche und kulturelle Diversität.
Das Sprachenrepertoire der jungen Menschen ist sehr vielfältig; insgesamt wurden 126 verschiedene Sprachen erfasst. Untersucht wurde das Niveau der Sprachkompetenz (ohne Muttersprache) in den Landessprachen und in Englisch, vom tiefsten (A1) bis zum höchsten (C2) Niveau sowie einer zusätzlichen tieferen Schwelle von null (absolut keine Kenntnisse der betreffenden Sprache). Bei Kenntnissen in diesen verschiedenen Sprachen hat sich herausgestellt, dass die Sprachkompetenz in Deutsch, Französisch und Italienisch meist bescheiden ist und sich auf dem Niveau A2 bewegt, während sie in Englisch und vor allem Rätoromanisch auf einem höheren Niveau liegt.
Im Rahmen der Diversität haben junge Schweizer und Schweizerinnen zahlreiche Kontakte, sei dies durch Auslandreisen (ab dem zwölften Altersjahr haben bereits mehr als ein Drittel sechs oder mehr Länder besucht), oder durch den Freundeskreis, der bei mehr als einem Viertel der Schweizer Jugendlichen mindestens gleich viele oder mehr Ausländer als Schweizer umfasst. Des Weitern haben ab dem zwölften Lebensjahr 10% der jungen Schweizer und Schweizerinnen mindestens während sechs Monaten im Ausland gelebt.
Hinsichtlich Integration zeigen die Daten, dass die jungen Schweizer und Schweizerinnen einerseits der Anwesenheit von Migrantengemeinschaften durchwegs sehr positiv gegenüberstehen, andererseits jedoch auch erwarten, dass diese durch die Einhaltung von nicht verhandelbaren Standards ihren Integrationswillen eindeutig beweisen. Gewisse Zugeständnisse werden aber gemacht, insbesondere in Bezug auf religiöse und kulturelle Bedürfnisse im Alltagsleben von Personen ausländischer Herkunft.
Aus der Studie resultieren die folgenden vier allgemeinen Empfehlungen, die wiederum in 25 konkrete Massnahmenvorschläge ausgestaltet sind:
- sich für ein politisches Ethos einsetzen, das mehrsprachig und bildend ist,
2. die Mehrsprachigkeit von Lernenden durch eine Reihe praktischer Massnahmen unterstützen,
3. die Vermittlung der Landessprachen durch zweisprachigen Unterricht sinnvoll gestalten,
4. die Überlegungen über politische Integration, unter Berücksichtigung der Unterscheidungen, die die Jungen hinsichtlich der verschiedenen Herausforderungen in Bezug auf kulturelle Diversität machen, vertiefen und weiter führen.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Studie in drei Landessprachen liegt an der Medienkonferenz auf und ist ab Montag 28. Sept. 2015 ab 10:00 (Sperrfrist) auf der Webite der ch-x abrufbar : www.chx.ch
Werkstattbericht 2014/15 der Eidgenössischen Jugendbefragungen ch-x
Der an der Medienkonferenz aufliegende und kurz kommentierte Bericht gibt Auskunft über weitere laufende Projekte der ch-x-Jugendbefragungen.
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