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Mit ruhiger Hand durch stürmische Zeiten
Die US-israelischen Angriffe auf den Iran und die umgehenden iranischen Vergeltungsmassnahmen haben den Nahen Osten in einen offenen Krieg gestürzt. Nach zwei Wochen anhaltender Gefechte zeichnet sich ab, dass der Konflikt länger und intensiver verlaufen dürfte als der zwölf Tage dauernde Krieg vom vergangenen Juni.
Fokus richtet sich auf die Energieversorgung
Kriege und bewaffnete Konflikte verursachen unermessliches menschliches Leid und haben tiefgreifende politische, wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Folgen. Für die Finanzmärkte stellen sie meist akute, aber vorübergehende Schocks dar, solange sie regional begrenzt bleiben und die globale Energieversorgung nicht dauerhaft beeinträchtigen. Das grösste Risiko für die Weltwirtschaft liegt derzeit in der Öl- und Gasversorgung und einer möglichen weiteren Eskalation. Steigende Rohstoffpreise entfachen Inflationssorgen neu und verschieben die Erwartungen an die Geldpolitik, da Notenbanken abwägen müssen, ob sie auf kurzfristige Preissteigerungen reagieren oder eine konjunkturelle Abschwächung stärker gewichten. Entsprechend nimmt die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad zu, was sich sowohl auf Anleihemärkte als auch auf die Bewertungsmultiplikatoren von Aktien auswirkt. Mittel- bis langfristig überwiegen jedoch die wirtschaftlichen Fundamentaldaten gegenüber einzelnen geopolitischen Ereignissen. Die Geschichte zeigt: Märkte absorbieren geopolitische Schocks und die zugrundeliegenden Kräfte des globalen Wachstums setzen sich durch.
Abb. 1: Der jüngste Ölpreisanstieg ist zwar markant, bewegt sich jedoch im Rahmen historischer Entwicklungen
Entwicklung des Ölpreises (Brent) während ausgewählten kriegerischen Ereignissen
Quelle: Bloomberg, smzh ag. 13/3/2026
Bemerkung: Die Abbildung zeigt die Performance jeweils 30 Tage vor und bis zu 180 Tage nach dem offiziellen Datum des Kriegsausbruchs. Golfkrieg 2.8.1990, Afghanistan 7.10.2001, Irak 20.3.2003, Ukraine 24.2.2022, Israel-Gaza 7.10.2023, Israel-Iran 13.6.2025, Israel-USA-Iran 28.2.2026
Abb. 2: Aktienmärkte zeichnen sich historisch durch bemerkenswerte Resilienz aus
Entwicklung des S&P 500 Index während ausgewählten kriegerischen Ereignissen
Quelle: Bloomberg, smzh ag. 13/3/2026
Bemerkung: Die Abbildung zeigt die Performance jeweils 30 Tage vor und bis zu 180 Tage nach dem offiziellen Datum des Kriegsausbruchs. Golfkrieg 2.8.1990, Afghanistan 7.10.2001, Irak 20.3.2003, Ukraine 24.2.2022, Israel-Gaza 7.10.2023, Israel-Iran 13.6.2025, Israel-USA-Iran 28.2.2026
Investiert bleiben trotz geopolitischer Unsicherheit
Auch wenn die Finanzmärkte von Volatilität und Risikoaversion geprägt bleiben, sprechen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür, investiert zu bleiben. Robustes globales Wachstum, solide Unternehmensgewinne und substanzielle fiskalische Impulse bilden ein tragfähiges Fundament, das auch in einem angespannten geopolitischen Umfeld Bestand hat.
Anlegerinnen und Anleger sollten trotz der ernsten Lage einen klaren Kopf behalten und strategische Positionierungen nicht aufgrund kurzfristiger Schlagzeilen aufgeben. Panikverkäufe unmittelbar nach Schocks führen erfahrungsgemäss oft zu Fehlentscheidungen: Marktreaktionen fallen kurzfristig meist übertrieben aus, normalisieren sich aber wieder. Wer verkauft, trägt zusätzlich das Risiko, den richtigen Wiedereinstiegszeitpunkt zu verpassen. Diversifikation, Qualität und Disziplin sind die entscheidenden Instrumente, um Phasen erhöhter Unsicherheit zu meistern. Wer sich von Emotionen leiten lässt, riskiert Fehlentscheidungen. Wer Kurs hält, schafft die beste Voraussetzung für langfristigen Erfolg.
Bekim Laski, CIO der smzh ag
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