Anlässlich des Welttags der Gastronomie präsentiert albinfo.ch ein Interview mit Nezir Nuhiji, einem Küchenchef aus Gostivar, der sich über viele Jahre hinweg in der Schweizer Gastronomie berufliche Erfahrung und ein eigenes Profil erarbeitet hat.
Für Nuhiji ist die Gastronomie eng mit Erinnerungen, Familie und seiner Heimatstadt verbunden. Seine berufliche Erfahrung in der Schweiz hat sein Verständnis für Organisation, Disziplin und Arbeitsstandards vertieft. Gleichzeitig ist die Verbundenheit mit der albanischen Küche ein wichtiger Bestandteil seiner beruflichen Identität geblieben.
Im Jahr 2023 wurde er im Rahmen von “Best of Gastronomie” für seine Leistungen in der Kochkunst mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
Im Interview mit albinfo.ch spricht Nezir Nuhiji über seine Anfänge in diesem Beruf, die Herausforderungen, den Einfluss seiner Erfahrungen in der Schweiz, die Geschmäcker, die ihn an seine Kindheit erinnern, und seinen Wunsch, dass die albanische Gastronomie auch im Ausland bekannter wird und mehr Wertschätzung erfährt.
albinfo.ch: Erzählen Sie uns etwas über sich. Wie ist Ihre Leidenschaft fürs Kochen entstanden?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich bin seit vielen Jahren in der Gastronomie tätig. Meine Leidenschaft fürs Kochen entstand aus meiner Liebe zum Essen und aus der Freude, die ich empfinde, wenn ich Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen sehe, während sie das geniessen, was ich zubereitet habe. Mit den Jahren wurde mir klar, dass Kochen für mich nicht einfach nur eine Arbeit ist, sondern ein Beruf, den ich mit Freude und Hingabe ausübe.
albinfo.ch: Wie erinnern Sie sich an Ihre Anfänge und wer hat Sie inspiriert?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Die Anfänge waren nicht einfach, aber sie waren für meine berufliche Entwicklung sehr wichtig. Ich habe gelernt, indem ich gearbeitet, Fehler gemacht und erfahrenen Menschen zugeschaut habe. Was mich immer angetrieben hat, war der Wunsch, mich weiterzuentwickeln und meine Arbeit so gut wie möglich zu machen. In der Gastronomie kommt nie der Moment, in dem man sagen kann, dass man alles gelernt hat.
albinfo.ch: Welches war das erste Gericht, das Sie gekocht haben?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Mein erstes Gericht war ein Rinderbraten aus dem Ofen mit Kartoffelpüree und Gemüse. Ich erinnere mich noch gut daran, denn für mich war es der Anfang von etwas, das später zu meinem Beruf wurde. Auch heute bin ich überzeugt, dass ein gutes Gericht nicht nur vom Rezept abhängt. Ebenso wichtig sind die Art der Zubereitung, die Erfahrung und die Sorgfalt, die man hineinsteckt.
albinfo.ch: Was war Ihre grösste berufliche Herausforderung?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Die grösste Herausforderung besteht darin, jeden Tag die gleiche Qualität und denselben hohen Standard aufrechtzuerhalten. Die Gastronomie verlangt viel Arbeit, lange Arbeitszeiten, Konzentration und Verantwortungsbewusstsein. Meine Erfahrungen in der Schweiz haben mich viel über Organisation, Genauigkeit und die Einhaltung professioneller Standards gelehrt. Genau diese Dinge prägen einen und machen einen verantwortungsbewusster gegenüber dem eigenen Beruf.
albinfo.ch: Welche Küche ist Ihre Lieblingsküche?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich mag verschiedene Küchen, denn jede hat ihren eigenen Geschmack, ihre Tradition und ihre besondere Ausdrucksweise. Besonders gefällt mir die italienische Küche, während mir die Schweizer Gastronomie beruflich sehr viel gegeben hat. Ich lege Wert darauf, traditionelle Elemente zu bewahren und sie gleichzeitig mit modernen Kochtechniken und Zubereitungsmethoden zu verbinden.
albinfo.ch: Welches Gericht repräsentiert Sie am besten?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Am besten repräsentiert mich ein einfaches, aber gut zubereitetes Gericht. Für mich zählen der Geschmack, die Qualität der Zutaten und die Präsentation. Ein Gericht sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch Charakter haben und durch seinen Geschmack in Erinnerung bleiben.
albinfo.ch: Welches albanische Gericht mögen Sie am liebsten?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich mag besonders gerne traditionelle Teiggerichte, vor allem Flija, Pite und Burek. Die albanische Küche ist sehr vielfältig und unterscheidet sich von Region zu Region. Was mich daran besonders anspricht, ist die Verbindung dieser Gerichte zur Familie, zu unseren Traditionen und zu der Art, wie wir aufgewachsen sind.
albinfo.ch: Welcher Geschmack erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Die Geschmäcker von zu Hause. Einfache Gerichte, die in der Familie zubereitet werden, bleiben am längsten in Erinnerung. Wenn man sie wieder probiert, erinnern sie einen sofort an die Menschen, Orte und die Zeit der Kindheit.
albinfo.ch: Bevorzugen Sie traditionelle oder moderne Gerichte?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich schätze beides. Die Tradition bildet die Grundlage, während moderne Zubereitungsmethoden mehr Raum für Kreativität bieten. Für mich ist es am besten, wenn sich diese beiden Ansätze verbinden, ohne dass der Geschmack und der Charakter eines Gerichts verloren gehen.
albinfo.ch: Was kochen Sie besonders gerne für Ihre Familie?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Für meine Familie bereite ich gerne Piccata Milanese mit Spaghetti und Tomatensauce zu. Das ist eines der Gerichte, die wir alle mögen. Wenn man für die Familie kocht, ist das Gefühl ein anderes. Man denkt nicht nur an die Technik oder die Arbeit, sondern vor allem an die Menschen, für die man kocht.
albinfo.ch: Welche Zutat darf in Ihrer Küche niemals fehlen?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Frische Produkte sind sehr wichtig, ebenso Gewürze, aromatische Kräuter und ein ausgewogenes Zusammenspiel der Aromen. Vor allem aber braucht es Fachwissen und Sorgfalt. Selbst die hochwertigste Zutat reicht nicht aus, wenn man nicht weiss, wie man sie richtig verwendet.
albinfo.ch: Was machen Sie gerne ausserhalb der Küche?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden, lerne neue Menschen kennen und tausche Erfahrungen mit meinen Kollegen aus. Ausserdem versuche ich, die Entwicklungen in der Gastronomie zu verfolgen, denn es ist ein Bereich, der sich ständig verändert und in dem es immer etwas Neues zu lernen gibt.
albinfo.ch: Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich bin stolz auf die Erfahrungen, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe, und auf die Anerkennungen, die ich für meine Arbeit erhalten habe. Die Silbermedaille beim “Best of Gastronomie” im Jahr 2023 war zweifellos ein besonderer Moment. Genauso wichtig sind für mich jedoch der Respekt, den man sich durch seine Arbeit verdient, und die Wertschätzung der Menschen für das, was man tut.
albinfo.ch: Welche Botschaft möchten Sie jungen Menschen anlässlich des Welttags der Gastronomie mitgeben?
Nezir Nuhiji, Küchenchef: Ich würde mir wünschen, dass die albanische Gastronomie im Ausland bekannter wird und unsere jungen Menschen mehr Möglichkeiten erhalten, sich beruflich weiterzubilden. Wir haben eine reiche Tradition und viele hervorragende Gerichte, aber wir müssen noch mehr daran arbeiten, sie angemessen und auf dem Niveau zu präsentieren, das sie verdienen.
Den jungen Menschen würde ich raten, Geduld zu haben und jeden Tag dazuzulernen. Dieser Beruf erfordert Zeit, Arbeit, Disziplin und Erfahrung. Es ist wichtig, die Lebensmittel, die Kollegen und die Menschen zu respektieren, für die man kocht.
Wir müssen unsere Küche und das, was wir geerbt haben, bewahren und gleichzeitig offen dafür bleiben, von anderen zu lernen. Nur so können wir uns weiterentwickeln und die albanische Gastronomie auch im Ausland würdig präsentieren.
Für albinfo.ch
Luljeta Ademi





