Meinungen
Eine richtungsweisende Wahl
In den letzten Jahren fielen oft wichtigste politische Entscheide mit knappsten Mehrheiten, sei es in den USA, in Grossbritannien oder in der Schweiz. Deshalb kommt es darauf an, dass alle verstehen, was jetzt auf dem Spiel steht. Jede Stimme zählt!
Mit den Wahlen vom 20. Oktober 2019 werden die Weichen dafür gestellt, wie es in der Schweiz in den kommenden vier Jahren weitergehen soll. Kommt es zu einer Klimapolitik, die diesen Namen verdient? Werden die Sozialversicherungen gestärkt oder eher verschlechtert? Erhalten die fremdenfeindlichen Kräfte weiter Auftrieb oder kommt es wieder zu einer Politik, die faire Chancen für alle fördert? Bei den Einbürgerungen, aber auch in der Schule und im Beruf?
Die albanische Diaspora in der Schweiz ist eine starke Minderheit. Aus dem Fussball und aus unserer Nationalmannschaft ist sie nicht mehr wegzudenken. Auch in der schweizerischen Wirtschaft und Gesellschaft spielen Frauen und Männer albanischer Herkunft eine bedeutende Rolle.
Die Politik hinkt der Wirtschaft und der Gesellschaft allerdings weit hinterher. Obwohl viele Menschen mit albanischem Hintergrund seit langem und in grosser Zahl schon in zweiter und dritter Generation hier leben, ist ihre Beteiligung am politischen Leben ungenügend entwickelt. In den kommunalen und kantonalen Parlamenten hat ihre Vertretung erst begonnen. Auf Bundesebene, wo die wichtigsten Entscheidungen fallen, fehlt diese heute noch ganz.
Damit sich das ändert braucht es bei den Wahlen eine starke Beteiligung der Stimmberechtigten mit albanischem Wurzeln. Zunächst dort, wo sich Kandidatinnen und Kandidaten mit albanischer Herkunft zur Wahl stellen. Es braucht aber auch eine aktive Unterstützung von Kandidatinnen und Kandidaten, die für die gleichen Rechte und Chancen für alle eintreten, die hier leben und arbeiten.
Die Schweizer Staatsidee beruht nicht auf einer Gemeinschaft einheitlicher Sprache und Kultur, sondern auf den gemeinsamen Werten von Freiheit, von Demokratie und von sozialem Zusammenhalt. Das muss in den kommenden Jahren wieder stärker betont werden und zum Ausdruck kommen.
Entscheidende Voraussetzung politischer Mitsprache ist die Einbürgerung. Das bedeutet auf Seiten derjenigen, die in die Schweiz gekommen sind, um selbst und mit ihren Nachkommen hier zu bleiben, den Willen und die Anstrengung, die Einbürgerung anzustreben, sobald dies möglich ist. Gerade für die Kinder ist das ein entscheidender Schritt, nicht nur für die Chancen in der Schule und bei der Ausbildung, sondern auch für die Aufenthaltssicherheit.
Für die politischen Parteien und für die Gewählten bedeutet das die Verpflichtung, die heute noch immer hohen Hürden für die Einbürgerung abzusenken. Damit alle, die in die Schweiz gekommen sind, um hier zu arbeiten und zu leben, sich hier auch willkommen fühlen. Mit ihren Familien.
Wohin sich die Schweiz in den nächsten vier Jahren bewegt, wird in den kommenden Wochen entschieden. Die Stimmberechtigten haben es in der Hand, die Dinge zu bewegen. In den letzten Jahren fielen oft wichtigste politische Entscheide mit knappsten Mehrheiten, sei es in den USA, in Grossbritannien oder in der Schweiz. Deshalb kommt es darauf an, dass alle verstehen, was jetzt auf dem Spiel steht.
Jede Stimme zählt!
Albaner in der Schweiz, eine starke Minderheit
Die albanische Diaspora in der Schweiz ist eine starke Minderheit. Aus dem Fussball und aus unserer Nationalmannschaft ist sie nicht mehr wegzudenken. Auch in der schweizerischen Wirtschaft und Gesellschaft spielen Frauen und Männer albanischer Herkunft eine bedeutende Rolle. Die Politik hinkt der Wirtschaft und der Gesellschaft allerdings weit hinterher.
- Der Autor ist Ständerat. Diesen Text hat er für albinfo.ch verfasst.
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